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Quelle: iStock/(c)Senta Schuckert_SentaCS.de
LV Hamburg / Schleswig-Holstein
11.03.2022
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20. Tagung „Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieursbau“

Die Zeiten sind eine echte Herausforderung. Wir müssen uns leider weiterhin gedulden. Aufgrund der Pandemie verschiebt sich die 20. Tagung „Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieursbau“ ein weiteres Mal. Die für April 2022 geplante Veranstaltung wird jetzt im Mai 2023 stattfinden.

Finden Sie ab hier einen Bericht und Eindrücke von der letzten, der 19. Tagung vom 24./25. April 2019

Bereits zum 19. Mal jährte sich die traditionelle Tagung Schweißen in der maritimen Technik und im Ingenieurbau am 24. und 25. April 2019. Die drei Veranstalter Schiffbautechnische Gesellschaft e. V., Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e. V. – Landesverband Hamburg / Schleswig-Holstein und die SLV Nord gGmbH luden zu zwei maritimen Besichtigungen, einem Netzwerkabend und 10 Fachvorträgen ein. Dieser Einladung folgten insgesamt 140 Teilnehmer, 12 namhafte Industrieaussteller und 2 Medienpartner und genossen bei Fachvorträgen und tagungsbegleitender Industrieausstellung bei sommerlichen Temperaturen den einzigartigen Blick auf den Hamburger Hafen.

Hinter den Kulissen zweier traditionsreicher Werften

Die Tagung begann nach dem großen Erfolg im letzten Jahr wiederrum mit zwei Besichtigungen – diesmal mit Blohm+Voss in Hamburg und der Peters Werft in Wewelsfleeth aus der Schiffbaubranche. Traditionsreicher konnten die Besichtigungsorte kaum ausgewählt werden. Die Werft Blohm+Voss B. V. & Co. KG wurde 1877 gegründet und gilt als letzte der Großwerften im Hamburger Hafen. Der Hauptsitz in Hamburg-Steinwerder, am südlichen Ufer der Norderelbe, war von den Tagungsteilnehmern bequem zu Fuß zu erreichen. Und zwar durch den alten Elbtunnel, der im letzten Jahr Ziel einer ingenieurbaulichen Besichtigung war.

P wie Peking

Die Teilnehmer der zweiten Exkursion waren hingegen auf den Bus angewiesen. Die Peters Werft in Wewelsfleeth gewährte einen exklusiven Blick auf die Restaurierungsarbeiten an der Viermast-Stahlbark Peking, die übrigens am 25. Februar 1911 bei Blohm+Voss vom Stapel lief.
Seit August 2017 liegt die Peking im Dock und wird für das neue Hamburger Hafenmuseum restauriert und feingemacht. Das Wissen um alte maritime Handwerkstechniken, wie das Spleißen von Stahlseilen, existiert auch durch die lange Firmengeschichte – bereits 1871 wurde der Geschäftsbetrieb aufgenommen. Die Peking selbst gehörte zu den berühmten Flying P-Linern der Reederei F. Laeisz. Wie bei allen Segelschiffen dieser Hamburger Reederei seit 1877 üblich, beginnt ihr Name mit „P“ – sie wurde nach Chinas Hauptstadt Peking benannt. Zuletzt lag die Peking als Museumsschiff in New York und wurde im Juli und August 2017 zur Restaurierung in die Wewelsflether Peters Werft in Deutschland überführt. Sie wird das Schmuckstück des neuen Hamburger Museumshafens.

Noch voller traditionsreicher schiffbaulicher Eindrücke traf man sich am Abend an Bord des Museums-Dreimasters „Rickmer Rickmers“, um den ersten Tag festlich zu beschließen.

Der zweite Tag fand wie gewohnt im Kuppelsaal des Hotel Hafen Hamburg statt. Hochkarätige Referenten präsentierten Fachvorträge aus den vier Themenblöcken Historisches und Normatives, Verfahrensentwicklung, Lebensdauerverlängerung sowie Schweiß- und Fertigungstechnik 4.0. Den Anfang machte wieder die Peking mit einer detaillierten Betrachtung der Restaurierung mit Fokus auf die Schweiß- und Werkstofftechnik.

Weitere Vortragsthemen waren unter anderem neue Erkenntnisse der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung im Zusammenhang mit der DIN EN 1090-2, technologische Ansätze beim Laserhybridschweißen und MSG-Engspaltschweißen oder die Optimierung schweißtechnischer Qualifizierungen für das Schweißen von Blechen für Offshoreanlagen.
Die wissenschaftlichen Aspekte im Block Lebensdauerverlängerung sind in der Tagung traditionell verankert. Die Bewertung der Schwingfestigkeit ausgeschliffener Schweißnähte war ebenso interessant wie die Schweißnahtnachbehandlung und das damit verbundene Potential an Offshore-Gründungsstrukturen.
 
Zu Abschluss folgte ein visionärer Blick in die schweißtechnische Zukunft, die zum Teil heute schon Realität ist: Das automatisierte hochflexible Laserschweißen von großen Träger- und Paneelstrukturen im Schiffbau sowie die additive Fertigung von Propellerflügeln.
 
Neben den Fachvorträgen konnten sich die Tagungsteilnehmer in einer individuellen Fachausstellung selbst von den aktuellen technologischen Trends überzeugen.

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Sven Noack
Geschäftsführer
SLV Nord gGmbH, Zum Handwerkszentrum 1, 21079 Hamburg