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Quelle: SLV Halle GmbH
DVS Group
28.07.2021
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SLV Halle

Neuer An­bau­geräte­prüf­stand für die Werk­stoff- und Bau­teil­prüfung

Die SLV Halle GmbH, eine Beteiligungsgesellschaft des DVS, hat im Februar 2020 mit dem Bau eines neuen Großgeräteprüfstandes für Nutzfahrzeuge und Landmaschinen begonnen. Auf diesem werden Anbaugeräte mit einem Gewicht von bis zu fünf Tonnen unter realistischen Bedingungen hinsichtlich ihrer Betriebsfestigkeit geprüft.

Zum neuen Prüfstand gehört eine moderne servohydraulische Anlage sowie ein speziell konzipierter Aufnahmerahmen für Anbaugeräte. Mittels des Rahmens wird die Schlepperfahrt simuliert, wodurch die Beanspruchungen in das angehängte Bauteil eingeleitet werden. Die so nachgefahrenen Belastungen wurden in einer vorangegangenen Messfahrt ermittelt und für den Prüfstand aufbereitet. Diese zeitraffende Methode ermöglicht, die Nutzungsdauer eines Anbaugerätes innerhalb weniger Wochen zu prüfen und zu bewerten. Die Lasten entsprechen dabei denen, die das Gerät bei Straßenfahrten, auf Landwirtschaftswegen und auf einem Acker erfährt.

Nachfahrversuche sind Teil der Produktentwicklung

Im Juni 2020 konnte dann in der Schwinghalle der Großprüfstand in Betrieb genommen werden. Er verfügt über einen geschweißten und betriebslastenoptimierten Aluminium-Grundkörper, der an Koppelstangen gelenkig aufgehängt ist und auf drei servohydraulischen Zylindern mit je 150 kN steht.

Durch diese Anordnung können die rotatorischen und translatorischen Freiheitsgrade eines Traktors während einer Straßen- oder Feld-Überfahrt simuliert werden. An den Grundkörper ist ein Anbaugerät mittels der handelsüblichen Dreipunktaufnahme, wie sie im Landmaschinenbau Standard ist, angekoppelt.

Im Anschluss an die Inbetriebnahme des Versuchsstandes startete die erste Lebensdauerprüfung einer kombinierten Dünge- und Sämaschine, wie sie in der Praxis eingesetzt werden soll. Die Dauerprüfung hatte eine Laufzeit von circa acht Wochen und bildet dabei den Lebenszyklus einer Landmaschine bei Straßen- und Vorgewendefahrt ab. Die aus dem Versuch gewonnenen Ergebnisse fließen als direkte Rückmeldung in die Konstruktion der Maschine ein und dienen der Korrelation zur virtuellen Lastannahme in der FEM-Berechnung. Diese Art der Betriebslastensimulation im Nachfahrversuch stellt aktuell eine Neuheit im Landmaschinenbau dar.