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125 Jahre DVS: Große Herausforderungen meistern

Round-Table über die Herausforderungen und Perspektiven eines Verbandes

Mit einem Round-Table-Gespräch über die Herausforderungen und Perspektiven eines Verbandes hat der DVS seine Feierlichkeiten „125 Jahre DVS“ am 19. September 2022 in Koblenz eingeläutet.

TV-Moderatorin Anne Rothäuser befragte in der 45-minütigen Gesprächsrunde die DVS-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing sowie vier weitere Gäste. Dazu zählten Dipl.-Verww. Ulrike Mohrs (Bürgermeisterin der Stadt Koblenz), Dipl.- Ing. Holger Brüning (Geschäftsleitung der BOMAG GmbH, Niederlassung Boppard), Oberstleutnant Lars Suppe, (Internationaler Schweißfachingenieur SFI/IWE, Oberstleutnant der Bundeswehr) und Dr. Dipl.-Phys. Rigo Peters (Geschäftsführer der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt (SLV) Mecklenburg-Vorpommern GmbH).

Neben einem kurzen Rückblick auf die persönliche oder unternehmerische Historie der Teilnehmenden standen die aktuellen Herausforderungen des Verbandes im Mittelpunkt der Talkrunde: zum Beispiel die Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften für die fügetechnischen Berufe.

 

Angeregte Diskussion, kompetente Ansprechpartner

Als kompetente Ansprechpartnerin auf diesem Gebiet zeigte sich die Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, Ulrike Mohrs. Sie berichtete von ihrer vormaligen Tätigkeit bei der Agentur für Arbeit in Neuwied und Koblenz sowie von ihren derzeitigen Aufgaben als Bürgermeisterin. Die Anforderungen des Arbeitsmarktes kennt sie gut und erklärt: „Die Schweißtechnik begleitet mich bereits mein ganzes berufliches Leben lang.“

 

 

 

 

Holger Brüning, der das Werk in Boppard der BOMAG GmbH leitet, stellte in diesem Zusammenhang dar, dass Nachwuchsförderung und Ausbildung für seinen Betrieb zentrale Elemente seien, um die Zukunft zu sichern. „Wir bilden rund 20 Jugendliche pro Jahr im eigenen Betrieb aus, davon zwei bis drei im Stahlbau“, so Brüning. Darüber hinaus gehe es bei dem im Jahr 1957 gegründeten Unternehmen heute vor allem um die effiziente und pragmatische Anwendung von digitalen Lösungen in der Schweißtechnik.

 

Ich bin dankbar, dass es Gründerväter gab, die ihre unermüdliche Arbeitskraft in den DVS gelegt und an die Zukunft geglaubt haben.

DVS-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing

Fügen als Querschnitttechnologie

Bedeutend für die Aus- und Weiterbildung

Oberstleutnant und Schweißfachingenieur Lars Suppe kennt sich ebenfalls mit der fügetechnischen Aus- und Weiterbildung bestens aus. Die DVS-zertifizierte Kursstätte in Ingolstadt, die er leitet, ist die einzige schweißtechnischen Kursstätte, die die Bundeswehr in Deutschland betreibt. Er stellte heraus, wie wichtig das Schweißen und die Fügetechnik als Querschnitttechnologie sei: „Wir befähigen Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilpersonen der Bundeswehr, damit sie im Einsatz schweißen können. Das wird benötigt, zum Beispiel für die Herstellung von Infrastruktur in Notfällen, aber auch für verschiedene Einsatzbereiche wie Luft- und Raumfahrt, Maritime oder Maschinen- oder Fahrzeugbau.“

 

 

 

Leistungsstark in der Forschung

Als Geschäftsführer der SLV Mecklenburg-Vorpommern nahm Rigo Peters stellvertretend für die Beteiligungsgesellschaften der DVS Group an der Talkrunde teil. „Wir sind eine leistungsstarke Gruppe im DVS, die verschiedene Kompetenzen für die gesamte Branche erfüllt“, so Peters. Als zukunftsweisendes Projekt stellte er in wenigen Worten das „Zentrum für Angewandte Photonik“ vor, das die SLV mit Mitteln des Wirtschaftsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern kürzlich neu gegründet hat. „Wir verstehen uns hier als Dienstleister in der Forschung und Entwicklung, der die regionale Wirtschaftsstruktur der Region verbessert.“
Auf die Frage, wie er die Bedeutung der technologischen Entwicklungen einschätze, fügt er an: „Einen Innovationsschub erwarten wir unter anderem in der Laserfertigung und in den additiven Fertigungsverfahren.“

 

 

 

DVS – ein starkes Netzwerk

Auf die Zukunft gerichtet ist auch die Perspektive der DVS-Präsidentin Susanne Szczesny-Oßing. Als DVS-Präsidentin, als Präsidentin der IHK in Koblenz und als Vorstandsvorsitzende der EWM AG interessiert sie sich sowohl für die technischen als auch für die gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Deutschland. Sie verwies auf die vielfältigen Aktivitäten des DVS in der Aus- und Weiterbildung, in der Beschreibung von technischen Standards sowie in der Forschung. Sie sorgten dafür, die Vorreiterrolle Deutschlands in der Füge-, Trenn- und Beschichtungstechnik zu stärken und auszubauen: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass unser Einsatz dazu führt, dass wir produktive und qualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland behalten werden.“

Gleichzeitig zeigte sie sich stolz auf die traditionsreiche Geschichte des Verbandes und auf das über Jahre stetig gewachsene und hoch motivierte Ehrenamt im DVS. „In 125 Jahren Geschichte hat der Verband große Herausforderungen erfolgreich gemeistert. Ich bin dankbar, dass es Gründerväter gab, die ihre unermüdliche Arbeitskraft in den DVS gelegt und an die Zukunft geglaubt haben“, so Szczesny-Oßing.

Dr.-Ing. Roland Boecking, DVS-Hauptgeschäftsführer, dankte im Nachgang des Round-Table-Gesprächs den Gästen für ihre Beiträge: „Wir haben heute auf eine sehr kurzweilige und spannende Weise erfahren, wie vielfältig die Fügetechnik ist. Ohne sie sind viele Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens nicht denkbar. Der DVS wird die Zukunft des Fügens, Trennens und Beschichtens national und international in den kommenden Jahren mitgestalten.“

Er ergänzt: „Für die Menschen, die diese Technik nutzen, mit ihr arbeiten, ihr unternehmerisches Wirken auf sie stützen oder sie wissenschaftlich begleiten und erforschen, sind wir – als DVS mit seinen Landes- und Bezirksverbänden sowie seinen Fachgremien – auch in Zukunft ein verlässlicher Partner.“

Autorin: Isabel Nocker M. A.

 

Für die Menschen, die diese Technik nutzen, mit ihr arbeiten, ihr unternehmerisches Wirken auf sie stützen oder sie wissenschaftlich begleiten und erforschen, sind wir auch in Zukunft ein verlässlicher Partner.

Dr.-Ing. Roland Boecking, DVS-Hauptgeschäftsführer