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International gut aufgestellt: Der DVS im IIW

Das IIW: International und digital

In der „74th IIW on-line Assembly and International Conference“ hieß es erneut: präsentieren, diskutieren, Dokumente erarbeiten und sich austauschen. Das zeichnet das jährliche Event des International Institute of Welding (IIW) aus. Neben den zahlreichen Konferenzen bot das IIW dieses Mal vom 7. Juli bis 21. Juli 2021 auf digitalem Wege eine Eröffnungs- und Abschlussfeier sowie die Preisverleihung der IIW-Awards. Außerdem gab es eine Welded Art Exhibition.

Aufgrund der momentanen Situation und der guten Erfahrungen mit dem digitalen Format der Veranstaltung im vergangenen Jahr hatte sich das IIW wieder für die „on-line“-Variante entschieden. Damit ermöglichte der internationale Schweißer-Verband seinen IIW-Delegierten aus 50 Ländern die Teilnahme ohne Hygiene-Schutzmaßnahmen. Dazu zählt auch der DVS, der mit einer großen Onlinedelegation dabei war.

Vier IIW-Awards gehen nach Deutschland

Gleich vier deutsche Ingenieure konnten sich in diesem Jahr bei der „74th IIW on-line Assembly and International Conference“ über diese Auszeichnungen freuen:

  • Evgeny Paton Prize:
    Professor Dr.-Ing. Michael Gehde, Institut für Fördertechnik und Kunststoffe der TU Chemnitz
  • Walter Edström Medal:
    Dipl.-Ing. Christian Ahrens, International Welding Consultant (CA-IWC), Duisburg
  • World Best Paper Award for year 2020 in Category B:
    Dr.-Ing. Arne Kromm, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Berlin
  • World Best Paper Award for year 2020 in Category C:
    Dipl.-Ing. Andreas Deinböck, Institut für Maschinelle Anlagentechnik und Betriebsfestigkeit (IMAB) der TU Clausthal

Den Heinz Sossenheimer Software Innovation Award, den der DVS ausgelobt hat, erhält Feng Zhili und sein Team vom Oak Ridge National Laboratory/USA.

 

Geschäftsführung

Ihr Kontakt im DVS

Assistenz:
Kerstin Hase M. A.

Die starke Rolle des DVS im IIW

Das IIW hat seit Januar 2020 seinen Sitz in Genua, Italien. Dort leitet Geschäftsführer Dr. Luca Costa gemeinsam mit dem IIW-Sekretariat das operative Geschäft. Geschäftsführer und Sekretariat werden vom Board of Directors kontrolliert. Seit dem Jahr 2019 ist DVS-Hauptgeschäftsführer Dr.-Ing. Roland Boecking im Board vertreten. Er setzt sich maßgeblich für die weltweite Akzeptanz des IIW-Netzwerks ein. Dazu gehört auch, weitere Nationen für eine Mitgliedschaft im IIW zu gewinnen.

Generell ist Deutschland in den verschiedenen Gremien und Arbeitsgruppen des IIW präsent. Die Deutschen als Teilnehmer der IIW-Jahresversammlung sind neben den Japanern am stärksten vertreten, danach kommen die US-Amerikaner, Franzosen und Schweden. Der DVS nominiert seine Delegierten, also die nationalen Vertreter mit Stimmrecht, und entsendet sie in die IIW-Kommissionen. Sie kommen aus der Industrie, der Forschung, von Hochschulen oder aus der DVS-Hauptgeschäftsstelle. Voraussetzung ist, dass sie DVS-Mitglied sind. Zudem können auf eigenen Wunsch oder auf Einladung des IIW ebenfalls als Experten ohne Stimmrecht an den Sitzungen teilnehmen.

Mit unseren Sponsoren unterstützen wir die nächste Generation in der Fügetechnik. Dieses Konzept für eine erfolgreiche Nachwuchsförderung greifen andere Mitgliedsländer im IIW auf.

Dr.-Ing. Roland Boecking, DVS-Hauptgeschäftsführer

Immer im Blick: Die nächste Generation in der Fügetechnik

Der DVS hat stets im Blick, junge Wissenschaftler nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus anderen Ländern zu fördern und ihnen die Teilnahme an der Jahresversammlung und der Konferenz des IIW zu ermöglichen. Auf Anregung des DVS haben die Young Professionals eine eigene Vortragsreihe bei der IIW-Konferenz erhalten, um ihre Forschungsarbeiten zu präsentieren und sich mit Experten aus aller Welt darüber auszutauschen. Diese Art der „internationalen Weiterbildung“ ist im IIW inzwischen etabliert und weitere Veranstaltungsangebote speziell für die „Young Professionals“ bilden ein ergänzendes Rahmenprogramm.

In jedem IIW-Mitgliedsland wird nur eine Organisation benannt, die der sogenannte ANB (Authorised Nominated Body) ist. In Deutschland ist das der DVS.

Dipl.-Ing. Martin Lehmann, Abteilungsleiter „Bildung & Zertifizierung“ im DVS

Fachwissen aus Deutschland

Die Expertise aus Deutschland wird im IIW geschätzt. Sie fließt in Fachgruppen ein, die auf internationaler Ebene für technische Ergebnisse und Standards (Technical Groups) oder für Bildungskonzepte (International Autorisation Board, kurz: IAB) zuständig sind. Die deutschen Delegierten und Experten sind gern gesehene Mitglieder, da sie aufgrund des hohen Forschungs- und Technik-Niveaus und der weitreichenden Normungsaktivitäten in Deutschland wichtige Beiträge zur Arbeit in den Gremien leisten können

Diskutieren für das Gemeinwohl

Das IIW ist seit einigen Jahren von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) mit der Be- und Erarbeitung von Normen für das Schweißen und die verwandten Verfahren beauftragt. In den Arbeitsgruppen werden Normungsprojekte erarbeitet sowie Best-Practice-Dokumente und Bildungsleitfäden diskutiert. Die Delegierten aus Deutschland bringen die Kenntnisse aus Normen, DVS-Merkblättern und -Richtlinien sowie die Sichtweise des Marktes in die Gruppen des IIW ein. Damit können sie die Kollegen aus anderen Ländern bei der Erstellung von IIW-Dokumenten und internationalen Normen von gesicherten Standards überzeugen. Von weltweit einheitlichen Ausbildungsrichtlinien, Fertigungsregeln und Qualitätsstandards profitieren letztlich alle Länder.

Alleinstellungsmerkmal: Ausbildung von Aufsichtspersonen

Zum Aufgabengebiet des IIW gehört neben der technisch-wissenschaftlichen Gemeinschaftsarbeit vor allem die international harmonisierte Aus- und Weiterbildung von Fachpersonal. In den Fachgruppen des IAB geht es insbesondere um das internationale Qualifizierungssystem für Personal. Dieses System ist an das europäische Ausbildungs-, Prüfungs- und Zertifizierungssystem der EWF – European Federation for Welding, Joining and Cutting angelehnt und damit harmonisiert. Mit Einverständnis der EWF wurden deren Richtlinien für Schweißfachingenieure, Schweißtechniker, Schweißfachleute, Schweißpraktiker und Schweißgüteprüfpersonal vom IIW übernommen und entsprechend auf internationalen Standard hin angepasst. So können diese Regeln weltweit von den IIW-Mitgliedern angewendet werden.

DVS ist ANB

Im IAB ist auch Dipl.-Ing. Martin Lehmann, Abteilungsleiter „Bildung & Zertifizierung“ im DVS, seit vielen Jahren in unterschiedlichen Gremien tätig. „Wir erarbeiten Inhalte und Konzepte für die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften“, erklärt er. Damit gewährleistet das IAB qualifizierte Standards. „Diese Standards kommen besonders bei der Ausbildung von Aufsichtspersonen zum Tragen. Hier spielt der DVS eine besondere Rolle“, betont Lehmann. Denn der DVS wurde für Deutschland vom IIW und vom EWF autorisiert, Fach- und Führungskräfte auszubilden und zu prüfen. Mit international anerkannten Zertifikaten haben die Absolventen beste Chancen auf dem deutschen ebenso wie auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Der DVS hat als ANB (Authorised Nominated Body) ein Alleinstellungsmerkmal, das allen DVS-anerkannten Bildungseinrichtungen zugutekommt. Damit und mit den Ergebnissen aus den verschiedenen anderen Gremien des IIW wird das Ziel des internationalen Fachverbandes, die Entwicklung der Schweißtechnik auf wissenschaftlichem, technischem und bildungsspezifischem Gebiet weltweit voranzubringen, erfolgreich verfolgt.

 

Autoren:
Maritin Lehmann, Dietmar Rippegather, Barbara Stöckmann
27.07.2021