Zum Hauptinhalt springen

Additive Fertigung: Eine Ausbildung mit System

Erfolgreich Aus- und Weiterbilden – das gehört für die DVS-anerkannten Bildungseinrichtungen zum Tagesgeschäft. Auf europäischer Ebene dafür zu sorgen, dass Ausbildungsrichtlinien fachlich abgestimmt und harmonisiert werden, zu dem des DVS.

Gemeinsam mit europäischen Partnern hat der DVS nun ein EU-Projekt abgeschlossen, das ein europaweit abgestimmtes Ausbildungskonzept für die Additiven Fertigungsverfahren auf den Markt gebracht hat. Neben dem DVS engagieren sich dort die EWF – European Federation for Welding, Joining and Cutting, die Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV, die LZH Laser Akademie GmbH, Lloyd’s Register, die Firma IDONIAL, The Welding Institute (TWI) in Cambridge und CESOL, der spanische Verband für Schweißtechnik.

Der DVS ist in dem Projektteam ein verlässlicher Partner für europaweit abgestimmte Ausbildungskonzepte, denn sie bringen Sicherheit und Kontinuität in die Aus- und Weiterbildung. Gleichzeitig vertritt der Verband aber auch die deutschen Interessen, bestimmt die Inhalte der Lehrgänge mit und setzt sie letztlich auf nationaler Ebene mit den DVS-anerkannten Bildungseinrichtungen um.

Ein einheitliches Ausbildungskonzept für Europa

Das Projekt, das den Stein ins Rollen gebracht hat, heißt CLLAIM.

CLLAIM steht für Creating KnowLedge and SkilLs in AddItive Manufacturing“ und ist eine Initiative, an der viele fügetechnischen Verbände und Unternehmen aus Europa mitwirken. Auf ihrer Abschlusskonferenz zogen die Projektpartner ein positives Resümee der vergangenen zwei Jahre, denn: Die Inhalte aus dem CLLAIM-Projekt werden in ein modulares Ausbildungssystem für die Additiven Fertigungsverfahren (oder: Additive Manufacturing, AM) überführt. In dieses System fließen auch Erkenntnisse aus weiteren EU-Projekten, aus Workshops mit Bildungseinrichtungen, aus Industrieunternehmen und Forschungsinstituten sowie aus der Normung ein.

Dieses modular aufgebaute Ausbildungssystem besteht aus verschiedenen Lerneinheiten, sogenannten „Competence Units“. Sie können einzeln oder kombiniert als Lehrgänge für Ingenieure, Konstrukteure, Fachkräfte oder Anlagenbediener mit variierenden theoretischen und praktischen Anteilen am Markt angeboten werden. In Deutschland wurde der erste DVS/EWF-Testlehrgang in diesem Rahmen im Herbst 2020 am Günter-Köhler-Institut für Fügetechnik und Werkstoffprüfung GmbH (ifw Jena) durchgeführt. 

 

„Die verschiedenen Lehrgangsmodule zur Additiven Fertigung, die im Rahmen des europäischen Projektes CLLAIM entwickelt wurden, bieten hier großartige Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung. Diese Kombinationsmöglichkeiten gibt es so nur für die DVS-anerkannten Bildungseinrichtungen.“

Marvin Keinert M. Sc., Referent im DVS

Ausblick

DVS-Bildungseinrichtungen können eine Zulassungserweiterung bei DVS-PersZert beantragen und nach einer Bewilligung die DVS/EWF-Lehrgänge zur Additiven Fertigung anbieten. Alle Lehrgangsinhalte, die erarbeitet worden sind, werden aktuell in Deutschland in öffentlich zugänglichen CLLAIM-Richtlinien und DVS/EWF-Ausbildungsrichtlinien veröffentlicht. Sie werden durch das International Additive Manufacturing Qualification Council (IAMQC) des EWF nachhaltig betreut und stetig in Anlehnung an die DIN EN ISO/IEC 17024 „Konformitätsbewertung – Allgemeine Anforderungen an Stellen, die Personen zertifizieren“ aktualisiert. Das IAMQC-Gremium setzt sich aus Experten der metallbasierten Additiven Fertigung zusammen.

Darüber hinaus bringt der DVS seine Ideen in das „Mainstreaming Committees“ ein. Hier kommen die deutschen Projektpartner von CLLAIM zusammen, um – auch nach der eigentlichen Projektlaufzeit – die Ergebnisse auf die nationalen Anforderungen zuzuschneiden und weiter voranzutreiben. Der DVS wird dabei eine zentrale Rolle einnehmen, weil die weiteren Inhalte nach dem Beschluss der deutschen Partner in dem DVS-Fachgremium zur Ausbildung, in der Fachgruppe „Ausbildung in der Additiven Fertigung“ (FG 4.13), ausgearbeitet werden. Hier werden zum Beispiel die Prüfungsfragen für die AM-Lehrgänge freigegeben oder Formblätter zur Durchführung der praktischen Prüfung in Deutschland erstellt.

Autoren:
Marvin Keinert und Isabel Nocker

Bildung und Zertifzierung

Ihr Kontakt im DVS

Referent:
Marvin Keinert M. Sc.