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Quelle: ABICOR BINZEL
Forschung
28.04.2026
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Fachausschuss „Arbeitssicherheit und Umweltschutz“

FA Q6 po­sition­iert sich zu ak­tueller EU Richt­linie

Die Anwendung der EU Richtlinie 2004/37/EG (CMRD) auf Schweißrauche stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Fachausschusses (FA) Q6 „Arbeitssicherheit und Umweltschutz“ der DVS Forschung. Im Zentrum der fachlichen Diskussion stand dabei die Frage, ob Schweißen künftig pauschal als krebserzeugende Tätigkeit eingestuft werden könnte – einschließlich des Schweißens von un- und niedriglegierten Stählen.

Die Schweißrauche dieser Werkstoffgruppen gelten aktuell gemäß der Technischen Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 528 „Schweißtechnische Arbeiten“ nicht als krebserzeugend. Vor dem Hintergrund der Überarbeitung der CMRD gewinnt die wissenschaftlich fundierte Bewertung real messbarer Expositionen jedoch zunehmend an Bedeutung.

Die Richtlinie 2004/37/EG, auch bekannt als CMRD, ist eine europäische Richtlinie, die den Schutz der Arbeitnehmenden vor Gefährdung durch Exposition gegenüber Karzinogenen, Mutagenen oder reproduktionstoxischen Stoffen bei der Arbeit regelt.

Messdaten und wissenschaftliche Ergebnisse als Entscheidungsgrundlage
Ein wesentlicher Schwerpunkt der DVS-Fachausschusssitzung war daher die Auswertung und Einordnung vorhandener Expositionsmessungen, unter anderem aus Messprogrammen der Berufsgenossenschaften sowie aus abgeschlossenen Forschungsprojekten. Ziel ist es, zu validieren, ob in Schweißrauchen un- und niedriglegierter Schweißzusätze signifikante Konzentrationen krebserzeugender Gefahrstoffe nachgewiesen wurden.

Darüber hinaus wurde vereinbart, im Rahmen laufender Forschungsprojekte ergänzende Messungen vorzunehmen, um die Datenbasis weiter zu stärken. Diese Ergebnisse werden dazu beitragen, die fachliche Diskussion auf europäischer Ebene sachlich und differenziert zu unterstützen.

Aktive Rolle der DVS Forschung
Von deutscher Seite wird die aktuelle Überarbeitung der EU Richtlinie durch relevante Verbände, unter anderem durch den DVS und seine Forschungsvereinigung, argumentativ begleitet. Ihre Aufgabe ist es, die besonderen Rahmenbedingungen schweißtechnischer Verfahren fachlich einzuordnen und praxisgerechte Lösungen im Sinne der Branche, seiner Unternehmen und seiner Beschäftigten zu fördern.

Arbeitssicherheit und Umweltschutz sind dabei fest in der strategischen Ausrichtung des DVS verankert. 
Der Schutz der Schweißerinnen und Schweißer sowie nachhaltige Produktionsbedingungen gelten als zentrale Voraussetzungen für eine zukunftsfähige industrielle Wertschöpfung.

Gerade deshalb ist der fachliche Austausch in Fachgremien wie dem FA Q6 von großer Bedeutung: Er schafft Transparenz, ermöglicht fundierte Bewertungen und unterstützt die aktive Mitgestaltung regulatorischer Entwicklungen.

Sitzung bei ABICOR BINZEL in Buseck
Die Sitzung des DVS-Fachausschusses fand am 21. April 2026 bei der Alexander Binzel Schweißtechnik GmbH in Buseck statt. Der Fachausschuss Q6 „Arbeitssicherheit und Umweltschutz“ ist Teil der Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e. V. des DVS, kurz DVS Forschung.

Die nächste Sitzung des FA Q6 ist als Online Meeting am 15. Oktober 2026 geplant. Interessierte sind herzlich eingeladen. 

 

Weiterführende Informationen

DVS Forschung: Fachausschuss (FA) Q6 Arbeitssicherheit & Umweltschutz

Ausschuss für Technik: Arbeitsgruppe (AG) Q6 Arbeitssicherheit und Umweltschutz