Eine Allianz aus insgesamt 40 Verbänden hat im Januar 2026 ein gemeinsames Positionspapier zur Weiterentwicklung der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) und der deutschen Akkreditierungspraxis veröffentlicht.
Die Allianz fordert eine zukunftsfähige Ausrichtung des Systems und benennt darin zentrale Herausforderungen im bestehenden Akkreditierungsprozess. Auch der DVS unterstützt die Initiative. Die beiden Zertifizierungsstellen des DVS – die Zertifizierungsstelle für Personalqualifizierung des DVS (DVS-PersZert) sowie die Zertifizierungsstelle für Managementsysteme und Produkte (DVS ZERT GmbH) – sind selbst durch die DAkkS akkreditiert und damit direkt von der aktuellen Akkreditierungspraxis betroffen.
Das Positionspapier legt zahlreiche strukturelle Hürden offen, darunter lange Bearbeitungszeiten, hohe bürokratische Aufwände, nationale Sonderwege und fehlende Serviceorientierung. Diese Faktoren beeinträchtigen laut den beteiligten Verbänden zunehmend die Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
DVS betont die hohe Bedeutung verlässlicher Akkreditierungsprozesse
Als technisch maßgeblicher Fachverband der Füge-, Trenn- und Beschichtungstechnik stellt der DVS heraus, dass funktionierende Akkreditierungsstrukturen insbesondere für sicherheitsrelevante Branchen unerlässlich sind. Verzögerte oder übermäßig komplexe Verfahren können technologische Weiterentwicklungen behindern und den Marktzugang unnötig erschweren.
„Eine moderne und sachorientierte Akkreditierungspraxis ist zwingende Voraussetzung für Qualität, Verlässlichkeit und Innovation in der Fügetechnik. Wir unterstützen daher ausdrücklich das gemeinsame Anliegen, die Abläufe zu modernisieren und effizienter zu gestalten“, betont DVS-Hauptgeschäftsführer Dr.-Ing. Roland Boecking.
Die Kernforderungen im Positionspapier lauten:
• Mehr Service- und Kundenorientierung durch ein „Memorandum of Understanding“ zwischen DAkkS und Stakeholdern.
• Straffere, transparentere und digitalisierte Akkreditierungsverfahren, um Verzögerungen und Kostensteigerungen zu vermeiden.
• Verzicht auf nationale Sonderwege und stärkere europäische Harmonisierung, um Wettbewerbsnachteile zu verhindern.
• Reform des Akkreditierungsstellengesetzes mit klaren Verantwortlichkeiten und einer gestärkten Rolle des Akkreditierungsbeirats.
• Planbare, mittelstandsfreundliche Gebührenstrukturen sowie eine angemessene staatliche Finanzierung der hoheitlichen Aufgaben.
Akkreditierung als Voraussetzung für Innovation
Im Rahmen des Zukunftsforums „Wettbewerbsfrage Akkreditierung“ am 25. Februar 2026 beteiligte sich Dipl.-Ing. Martin Lehmann, Abteilungsleiter Bildung und Zertifizierung im DVS und Geschäftsführer der DVS ZERT GmbH, am fachlichen Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Fachverbänden und Konformitätsbewertungsstellen.
„Wenn wir Verfahren vereinfachen, digitalisieren und stärker europäisch harmonisieren, unterstützen wir sowohl Unternehmen als auch die Zertifizierungsstellen insgesamt. Fünfzehn Jahre nach ihrer Gründung zeigt sich die nationale Akkreditierungslandschaft – allen voran die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH – zunehmend als limitierender Faktor für die Konformitätsbewertungsbranche sowie für deren Kunden aus Industrie, Markt und staatlichen Bereichen. Die damit verbundenen Auswirkungen sind erheblich und treffen die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands“, erklärt Dipl.-Ing. Martin Lehmann und ergänzt: „Genau hier setzt unser gemeinsames Positionspapier an – mit klaren Vorschlägen, wie wir die Strukturen konstruktiv weiterentwickeln können.“