Die DVS‑Fachgruppe 2.11 „Moderne Schweißerqualifikation“ der Arbeitsgruppe „Schulung und Prüfung“ (AGSP) hat eine neue Handlungsempfehlung zur Anwendung virtueller Schweißtrainersysteme (VWTS) veröffentlicht.
Grundlage sind umfangreiche praktische Erfahrungen sowie Marktanalysen. Die Empfehlung zeigt, wie digitale Systeme die Aus‑ und Weiterbildung im Schweißen sinnvoll ergänzen können.
Virtuelle Schweißtrainersysteme simulieren den Schweißprozess realitätsnah und unterstützen darüber hinaus den gesamten Ablauf – von der Vorbereitung über den eigentlichen Schweißvorgang bis zur Nachbereitung. Der Begriff VWTS dient dabei als Sammelbezeichnung für unterschiedliche digitale Trainingslösungen. Typischerweise bestehen diese Systeme aus einem PC, einem visuellen Ausgabegerät, einem Brenner‑Controller, einer Werkstückattrappe sowie einem Bildschirm zur Aufgabensteuerung und Auswertung.
Die Handlungsempfehlung richtet sich an potenzielle Anwender und beschreibt den Einsatz von VWTS sowohl als eigenständiges Trainingsinstrument als auch in Kombination mit der klassischen manuellen Ausbildung. Digitale und praktische Lerneinheiten können dabei flexibel miteinander verzahnt werden. Ziel ist es, Lehrkräfte zu unterstützen – nicht zu ersetzen.
Gerade manuelle Schweißverfahren stellen hohe Anforderungen an die Handfertigkeit und erfordern lange Übungszeiten mit entsprechendem Material‑ und Kostenaufwand. Gleichzeitig ist der Betreuungsbedarf hoch, während qualifizierte Ausbildende knapp sind.
„Der Einsatz virtueller Schweißtrainer verbessert die Qualität der Aus‑ und Weiterbildung, indem Lernende komplexe Schweißprozesse gefahrlos üben, Fehler analysieren und ihre Fähigkeiten systematisch steigern können – effizient, ressourcenschonend und praxisnah“, erklärt Marvin Keinert, Technischer Referent im DVS und Geschäftsführer der Fachgruppe.
Durch integrierte Hilfesysteme liefern VWTS Echtzeit‑Feedback, etwa zur Brennerhaltung oder Bewegungsführung. Das verkürzt Lernzeiten, reduziert Kosten und senkt die Anforderungen an die Arbeitssicherheit. So lassen sich virtuelle Schweißtrainer auch problemlos vor größeren Gruppen einsetzen – etwa im Unterricht, bei Informationsveranstaltungen oder im Messebetrieb. Moderne Simulatoren ermöglichen zudem interaktive Gruppenarbeit: Beim sogenannten asymmetrischen Lernen schweißt eine Person, während andere unterstützend am Computer mitarbeiten. Das steigert Motivation, fördert beobachtendes Lernen und entlastet Ausbildende zusätzlich.
Das nächste Treffen der DVS-Fachgruppe 2.11 „Moderne Schweißerqualifikation“ findet im Rahmen des DVS CONGRESS am 15.09.2026 von 09.30 Uhr bis 11.00 Uhr statt.