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Quelle:alperdostal/stock.adobe.com
Technik
13.04.2026
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DVS setzt Zeichen für Metallschutzgasschweißen

Neu­es Merk­blatt wird Ak­zep­tanz des Metall­schutz­gas­schwei­ßens im An­lagen- und Be­hälter­bau stär­ken

Mit einem neuen Merkblatt will die DVS-Arbeitsgruppe (AG) A 3 Schweißen im Anlagen-, Behälter- und Rohrleitungsbau das Metallschutzgasschweißen (MSG-Schweißen) fördern. Das MSG-Schweißen wird in vielen Branchenstandards – insbesondere in älteren Spezifikationen der Chemie- und Kraftwerksindustrie – ausgeschlossen.

Herstellern von Behältern, Rohrleitungen und Chemieapparaten wird der Einsatz des Verfahrens in Kundenspezifikationen häufig untersagt. Vorbehalte wie mögliche Porenbildung oder Bindefehler führen dazu, dass MSG-Verfahren bei drucktragenden Teilen oftmals nicht genutzt werden darf – ungeachtet der erheblichen technologischen Fortschritte der vergangenen Jahre.

So haben moderne Schweißstromquellen, präzise Lichtbogensteuerungen, innovative Regeltechniken und verbesserte Prüfverfahren die Qualität von MSG-Schweißnähten maßgeblich gesteigert. Vor diesem Hintergrund sollen die strikten Vorgaben veralteter Spezifikationen kritisch überprüft werden. Bei nachgewiesener Schweißnahtqualität lassen sich die Potenziale des Metallschutzgasschweißens besser ausschöpfen – insbesondere im Hinblick auf Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Automatisierung.

Insbesondere im internationalen Wettbewerb ist die Nutzung solcher Effizienzpotenziale entscheidend. Ob teilmechanisches MSG-Schweißen, Schweißen mit Cobots oder automatisierte Roboterschweißverfahren – moderne Technologien eröffnen vielfältige Möglichkeiten für hochwertige und reproduzierbare Schweißverbindungen.

Die DVS-Arbeitsgruppe A 3 setzt deshalb ein klares Signal: Mit dem geplanten Merkblatt „Metallschutzgasschweißen im Anlagen- und Behälterbau“ wird systematisch mit überholten Vorurteilen aufgeräumt. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit moderner MSG-Verfahren zu dokumentieren und deren Anwendung auch für drucktragende Teile fachlich fundiert darzulegen.

„Wir sehen in der Industrie noch immer Bedenken, die auf alten technischen Spezifikationen beruhen“, erklärt Dipl.-Ing. Jochen Mußmann, Obmann der AG A 3. „Unsere aktuellen Untersuchungen zeigen, dass die heutigen MSG‑Stromquellen mit den innovativen Prozessregelvarianten bei korrekter Anwendung eine reproduzierbar hohe Qualität liefern – auch bei sicherheitsrelevanten, drucktragenden Bauteilen. Mit dem neuen Merkblatt möchten wir Herstellern wie Anwendern die Sicherheit geben, diese Potenziale endlich auszuschöpfen.“

Philipp Loermann, Geschäftsführer der AG ergänzt: „Jedes Schweißverfahren hat seine eigenen Vor- und Nachteile, so auch das MSG-Verfahren. Bedenklich ist jedoch der oftmals generelle Ausschluss des Verfahrens in Kundenanforderungen. Um sich kritisch mit der Anwendung eines Schweißverfahrens in einer Branche auseinanderzusetzen, ist unsere Arbeitsgruppe genau der richtige Rahmen und das geplante Merkblatt das richtige Werkzeug.“  

Im Rahmen der vergangenen Sondertagung „Schweißen im Anlagen- und Behälterbau“, die vom 10. bis 13. März 2026 an der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt (SLV) München stattgefunden hat, wurde das Merkblatt weiter präzisiert. Die nächste Sondertagung „Schweißen im Anlagen- und Behälterbau“ findet vom 09. bis 12. März 2027 an der SLV München statt. 

Weitere Informationen über AG A3 Schweißen im Anlagen-, Behälter- und Rohrleitungsbau