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Quelle: DVS
DVS Group
13.05.2026
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DVS-Sondertagung in Duisburg

Wider­stands­schweißen in der For­schung und in der Pra­xis

In der vergangenen Woche fand im Haus der Unternehmer in Duisburg erneut die DVS-Sondertagung „Widerstandsschweißen“ statt. Die Veranstaltung wird von der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt (SLV) Duisburg in Kooperation mit dem DVS organisiert.

110 Teilnehmende aus Industrie, Forschung und Anwendung sowie 14 ausstellende Unternehmen nutzen die Tagung als Plattform für den fachlichen Austausch.

Eröffnet wurde die Sondertagung durch Dipl.-Ing. Thomas Weißenberg, Niederlassungsleiter der SLV Duisburg, und Dipl.-Ing. Jens Jerzembeck, Leiter „Forschung und Technik“ im DVS. Beide unterstrichen die Bedeutung des Widerstandsschweißens als leistungsfähiges Fügeverfahren sowie die Rolle der DVS-Sondertagung für den Transfer von Wissen.

Einen strategischen Ausblick auf die zukünftige Forschungsthemen gab Lisa Rauscher, Technische Referentin im DVS. Sie verwies auf die Ergebnisse eines Strategieworkshops, den die Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e. V. des DVS, kurz DVS Forschung, im März dieses Jahres mit rund 30 Industrievertretern durchgeführt hatte. Gemeinsam wurde hier der Forschungsbedarf im Widerstandsschweißen identifiziert und in strategischen Themenfeldern zusammengefasst. Ziel war es auch, neue Anwendungsfelder außerhalb des Automotive-Bereichs zu erschließen und eine Forschungsroadmap für die kommenden fünf Jahre zu erarbeiten.
„Das Widerstandsschweißen ist ein etabliertes Fügeverfahren. Neue Werkstoffe, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft zeigen aber auch, dass der Forschungsbedarf für unsere Forschungsvereinigung und die Unternehmen am Markt weiterhin hoch ist“, erklärt Lisa Rauscher.

Als zentrales Themenfeld der erarbeiteten Roadmap wurden Werkstoff und Fügestelle identifiziert. Der Fokus liegt unter anderem auf Prozessfenstern für neue Werkstoffe und Mischverbindungen, etwa Aluminium/Kupfer, Metall/Nichtmetall oder Sonderwerkstoffe wie Magnesium. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung, insbesondere KI basierte Modelle zur Qualitätsvorhersage und adaptiven Prozesssteuerung. Viel Innovationspotenzial wurde außerdem in der Mikro  und Elektrotechnik zum Beispiel für Anwendungen in den Medizin- und Defence-Technologien ermittelt. „Wir planen, die Ergebnisse des Workshops als konkrete Forschungsroadmap voraussichtlich im Juni zu veröffentlichen“, erläutert Lisa Rauscher. 

Ein besonderer Programmpunkt der Tagung war die Verleihung des „Gläsernen Schweißpunkts“. Ausgezeichnet wurden Prof. Dr.-Ing. Martin Greitmann, Dipl.-Ing. Stefan Schreiber sowie Dipl.-Ing. Hans Rist für ihre langjährigen Verdienste um das Widerstandsschweißen. Die Ehrungen wurde durch den langjährigen Vorsitzenden der Programmkommission Dipl.-Ing. Ralf Bothfeld vorgenommen.

Die DVS-Sondertagung „Widerstandsschweißen“ hat in diesem Jahr zum 26. Mal stattgefunden. Sie wurde erstmals 1954 durchgeführt und hat sich seitdem als feste Größe im Veranstaltungskalender der Schweißtechnik etabliert.
Interessierte aus der Branche der Klebtechnik sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen, um ihre Expertise in die DVS-Arbeitsgruppe einzubringen.  

Weiterführende Informationen

Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Duisburg 

DVS-Arbeitsgruppe “Widerstandsschweißen und verwandte Verfahren” (AG V3)

DVS Forschung Fachausschuss Widerstandsschweißen (FA 4)  

DVS Forschung Fachausschuss Widerstandsschweißen (FA 4)